Trotz aller politischen Wirren, die gegenwärtig die Welt erschüttern, geht – ähnlich wie bei der ISS - die Arbeit am Fusionsreaktor ITER, an dem zahllose Nationen beteiligt sind, weiter. Dieser Tage wurde per Schwertransport ein weiteres der jeweils 15 m hohen Segmente für die künftige Plasmakammer angeliefert.

Sobald ein Sektormodul in der Tokamak-Montagegrube im französischen Cadarache positioniert ist, bleibt noch viel an logistischer Feinarbeit zu erledigen, bevor es mit den benachbarten Modulen verschweisst werden kann und das toroidale Volumen bildet, in dem später einmal die Fusions-Temperaturen erzeugt werden sollen.
Schweissarbeit am «Tokamak»
Eine der ersten Arbeiten, die in den kommenden Wochen an den bereits installierten Sektormodulen Nr. 6 und 7 beginnen soll, besteht im Schweissen der Befestigungs-Komponenten, sogenannter «Bossen», die Anschlüsse für Diagnosesysteme, Kabelbäume und Sensoren beherbergen.
Die Plasmakammer im Zentrum der Anlage
Zu diesem Zweck wurden vier Plattformen installiert, die den Zugang zu allen Bereichen der Innenwand des Vakuumbehälters ermöglichen. Rund 1200 „Bossen» müssen an die Innenfläche jedes Moduls geschweisst werden.
Feinarbeit an 1200 «Bossen»
Die Plattformen dienen auch dazu, die Verbindung zwischen den Hitzeschildplatten der beiden Sektormodule, die sich derzeit noch nicht berühren, fertigzustellen. Die mechanische und thermische Verbindung erfolgt über an den Plattenrändern angeschraubte Verbindungsplatten. Für die Verbindung zweier Sektormodulplatten werden noch einmal 124 Verbindungsplatten mit einer Breite zwischen 10 und 15 cm benötigt.
Kontrolle im Einzelsegment. Fotos: ITER
Das sieht noch nach einer Menge Arbeit aus. Möglicherweise hat auch der umgangssprachliche Ausdruck des sogenannten «Herumbosselns», der aus der mittelalterlichen Architektur und Rennaissance stammt, mittlerweile in High-Tech-Anwendungen seine Entsprechung gefunden.

















